Es hat in der Nacht oftmals
geregnet, dementsprechend war die Luftfeuchtigkeit am Morgen. Es scheint keine
Sonne aber ein Lüftchen lässt die großen Blätter der Fächerpalmen aneinander
schlagen. Robert hatte einen Bootsausflug geplant, da auf einem Boot der
Schattenanteil gleich Null ist, hat er davon abstand genommen. Er wollte
unserer Haut eine Verbrennung ersparen, auch ohne Sonne wären wir der
UV-Strahlen stark ausgesetzt worden. Kein Bootsausflug und kein Schnorcheln.
Trotz schöner Strände und
versprochenen Schnorchelspots habe ich es noch nicht geschafft mit meiner
Taucherbrille auf Entdeckungstour zu gehen, entweder hätte ich lange zu Fuß
durch das seichte Wasser gehen müssen oder Steine und schroffen Boden ohne
Badeschuhe überqueren müssen oder es war Badeverbot wegen zu starker Strömung.
Wahrscheinlich bin ich einfach nur zu blöd.
Mein lieber angetrauter Mann
hat ein weißes Brautkleid, weiße Seidenrosen, Haarschmuck, Perlenarmreifen,
Perlenketten, einen Zylinder, eine kurze Anzugshose, ein T-Shirt mit
Anzugaufdruck und ein Stativ in Wien besorgt und hier her geschleppt. Mein
erster Gedanke war „ur-süß“ mein zweiter Gedanke war „wozu?“ Er will
Hochzeitsfotos am Strand machen. Was mache ich nicht alles um einen Liebsten
glücklich zu machen. Die Touristen gratulierten uns im vorbeigehen. Manche
fragten: „Die wievielte Hochzeit ist das?“ oder „Welches Hochzeitsjubiläum wird
gefeiert?“ Ich lächelte und gab brav Antwort.
Die Sonne zu Mittag war für
Hochzeitsfotos zu grell, an einer Bar am Ende des Anse Source d’Argent zog ich
mir meinen privaten Bikini an und trank einen Bahama Mama und dann noch einen,
dann machte ich ein Nickerchen, ging ins Wasser und trank dann noch einen Bahama Mama. Ausgeschlafen, locker und beschwingt machten Robert und ich in
Hochzeitskleidung die Fototour weiter, denn das Licht war jetzt perfekt. Der
Hund von der Bar begleitete uns zum Schauspiel. Ich glaube so etwas hat er noch
nie erlebt. Er legte sich auch besonders gerne in Roberts Laufstrecke um ihn zu
beobachten, wie er über ihn springen muss. Die Badenden, die auf den
Sonnenuntergang warteten, freuten sich mit dem Hochzeitspaar und gratulierten freundlich.

Ich habe einen kleinen
Grünen Phelsuma Gecko entdeckt, der auf den Sonnenuntergang gewartet hat. Ein
freches kleines aufgewecktes Tierchen.
Die Sonne ging in
atemberaubenden Farben unter. Dieses Rot, dieses Rosa, dieses Violett, dieses
Orange habe ich noch nie gesehen wenn die Sonne der Nacht weicht
Robert und ich leisteten uns
eine gute Falsche Wein und ein gutes Essen beim Italiener.
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